23.10.2008 - 82/08
Im Unterschied zu Arzneimitteln seien neue
MedTech-Verfahren häufig komplex und müssten den Ärzten in speziellen
Trainings- und Weiterbildungseinheiten nähergebracht werden,
beispielsweise wenn es sich um eine neue OP-Methode handelt. „Für dieses
Training & Education ist eine enge Zusammenarbeit von Industrie und
Ärzten unabdingbar“, so Dr. Lugan. Es gehe um die sichere Handhabung
und effektive Anwendung der neuen medizintechnischen Methode und um die
Sicherheit der Patienten. Dafür brauche es Kooperationen, Trainings- und
Weiterbildungsangebote.
Gemeinsam mit den Partnern in den Kliniken und der Ärzteschaft arbeite
der BVMed seit vielen Jahren daran, dieser notwendigen Kooperation im
Gesundheitsmarkt eine sichere und transparente Grundlage zu geben. So
gibt es seit 1997 den „Kodex Medizinprodukte“. Allerdings gebe es im
medizinischen Alltag noch immer viele Unsicherheiten. Deshalb habe der
BVMed Anfang 2008 den „MedTech-Kompass“ ins Leben gerufen. Der
BVMed-Vorsitzende: „Mit seinem umfangreichen Informations- und
Beratungsangebot und mit klaren Handlungsempfehlungen wirbt der Kompass
für eine gute und transparente Zusammenarbeit im Gesundheitsmarkt. Indem
wir die bestehenden Unsicherheiten beseitigen, können wir den
medizinischen Fortschritt weiter befördern.“ Mehr Informationen zur
Kompass-Initiative gibt es im Internet unter www.medtech-kompass.de
Dr. Lugan schilderte die „drei Schritte zum medizinischen Fortschritt“
von der Idee über die Entwicklung bis zum Markteintritt des fertigen
Produktes. In jeder dieser Phasen müssten starke Innovationsanreize für
die MedTech-Branche gesetzt werden, insbesondere bei der Finanzierung
des medizinischen Fortschritts. Der Umgang mit dem medizintechnischen
Fortschritt sei eines der wichtigsten Gestaltungsthemen im
Gesundheitsmarkt. „Dieser Verantwortung stellen sich das
Bundesforschungsministerium und die Industrieverbände unter anderem mit
dem heutigen Innovationsforum“, so Dr. Lugan. Die MedTech-Branche sei
besonders dynamisch und hoch innovativ. Rund ein Drittel ihres Umsatzes
erzielen die Unternehmen der Medizintechnologie mit Produkten, die
weniger als drei Jahre alt sind. Durchschnittlich investieren die
forschenden MedTech-Unternehmen rund neun Prozent des Umsatzes in
Forschung und Entwicklung.
Dr. Lugans Fazit: „Wenn wir den medizinischen Fortschritt fördern, dabei
noch koordinierter vorgehen und Qualitätsaspekte stärker
berücksichtigen, dann werden die MedTech-Unternehmen auch in Zukunft ein
Motor der Gesundheitswirtschaft sein.“
Bundesverband Medizintechnologie e.V.


